Aufgabe: Kanneluren im Stein
Ein Quader aus Naturstein sollte durch die Verwendung von Kanneluren spannungsvoll neu interpretiert und präsentiert werden. Der Quader sollte blockhaft, geschlossen und flächig wirken.
1. Preis: „Kannelurenrotation“ von Aaron Schaffarzik
Das Werk „Kannelurenrotation“ von Steinbildhauer Aaron Schaffarzik ist eine eindrucksvolle Hommage an die jahrtausendealte Tradition der Kanneluren und zugleich eine mutige, zeitgenössische Neuinterpretation.
Kanneluren, die wir als senkrechte Auskehlungen von Säulen mit Aufrichtung, Stabilität und Harmonie verbinden, sind seit der Antike ein dekoratives Motiv, das in unzähligen Strömungen der Architekturgeschichte wieder aufgegriffen wurde. Schaffarzik gelingt es, diese Form aus ihrer gewohnten statischen Vertikalität zu lösen und in einen neuen, bewegten Zusammenhang zu stellen.
In der Gestalt einer Möbiusschleife werden die Kanneluren zu den Seiten eines endlosen Bandes. Mal konvex, mal konkav ausgeformt, versetzen sie den Granit in Bewegung und lassen ihn zugleich geschlossen und unendlich erscheinen. Das massive Material wird so zu einem Objekt, das Leichtigkeit und organische Lebendigkeit ausstrahlt – eine geniale Verbindung von Tradition und Innovation.
Gefertigt aus Bayerwald Granit – einem Material von besonderer Härte und Widerstandskraft – zeigt sich die handwerklich präzise und zugleich gefühlvolle Bearbeitung in jeder Linie und Fläche. Die meisterhafte Gestaltung verleiht dem schweren Stein eine überraschende Leichtigkeit und organische Dynamik.
Mit „Kannelurenrotation“ schafft Aaron ein Werk, das die Grenzen des Materials neu auslotet, die Geschichte der Formensprache reflektiert und zugleich einen zeitgenössischen künstlerischen Ausdruck von außergewöhnlicher Kraft und Eleganz hervorbringt.
Herzlichen Glückwunsch!
Nominierung: „Der Lauf des Lebens“ von Yelena Meyer und „Umschlungen“ von Quirin Scheungraber
Bildnachweis für alle Fotos: Michael Senn, München









